Qualität & Garantie
Pflege und Reinigung Ihrer Terrassenüberdachung
Eine Aluminium-Terrassenüberdachung ist ausgesprochen pflegeleicht – aber nicht wartungsfrei. Der Unterschied ist wichtig: Wer zweimal im Jahr eine halbe Stunde investiert, hat jahrzehntelang Freude daran. Wer gar nichts tut, riskiert verstopfte Rinnen, festsitzenden Schmutz und im schlimmsten Fall Wasserschäden an der Fassade.
Ebenso wichtig: mit den falschen Mitteln richtet man mehr Schaden an als mit gar keiner Reinigung. Dieser Ratgeber sagt Ihnen, was wann zu tun ist – und wovon Sie unbedingt die Finger lassen sollten.
Der Jahresrhythmus auf einen Blick
Frühjahr – die Hauptreinigung. Der beste Zeitpunkt, weil der Winterschmutz weg soll und die Pollen noch nicht da sind. Einmal gründlich reicht in aller Regel für das ganze Jahr: Dachfläche, Profile, Rinne.
Herbst – die Laubkontrolle. Rinne und Fallrohr frei machen, bevor der Dauerregen kommt. Das ist der wichtigste einzelne Wartungsgang, besonders wenn Bäume in der Nähe stehen.
Nach dem Winter – der kurze Kontrollblick. Prüfen, ob die Entwässerung funktioniert, ob Dichtungen sitzen und ob sich irgendwo etwas gelockert hat.
Die Profile: pulverbeschichtetes Aluminium
Die Pulverbeschichtung ist eine widerstandsfähige, aber nicht unverwüstliche Schicht. Sie schützt das Aluminium und gibt die Farbe – wird sie beschädigt, ist der Schaden dauerhaft sichtbar.
So reinigen Sie richtig:
- Warmes Wasser mit einigen Tropfen mildem Spülmittel
- Ein weicher Schwamm oder ein weiches Tuch
- Mit klarem Wasser nachspülen
- Bei Bedarf trocken nachwischen, damit keine Kalkränder bleiben
Mehr braucht es nicht. Hartnäckige Stellen weichen Sie besser ein, statt stärker zu schrubben.
Die Dachfläche
Glas
Glas ist der unempfindlichste Teil. Ein Wasserschlauch, ein weicher Wischer an einer Teleskopstange und etwas Spülmittel genügen. Arbeiten Sie möglichst nicht in der prallen Sonne – das Wasser trocknet sonst zu schnell und hinterlässt Schlieren.
Polycarbonat-Stegplatten
Hier ist Zurückhaltung gefragt. Die Oberseite trägt eine UV-Schutzschicht, die über die Lebensdauer der Platte entscheidet. Scheuernde Mittel und harte Bürsten mattieren die Oberfläche und können diese Schicht verletzen – danach altert die Platte deutlich schneller.
Also: viel Wasser, milde Seifenlauge, weicher Schwamm, kein Druck. Und keinesfalls ein Hochdruckreiniger.
Die Entwässerung – der wichtigste Punkt
Eine volle Rinne läuft über. Das Wasser sucht sich dann seinen Weg, oft genau an der Wand entlang – und dort richtet es über die Jahre echten Schaden an. Deshalb ist die Rinnenkontrolle wichtiger als eine blitzblanke Dachfläche.
- Laub und Moos aus der Rinne entfernen, am besten von Hand mit Handschuhen
- Anschließend mit dem Wasserschlauch durchspülen und beobachten, ob das Wasser zügig abläuft
- Läuft es nicht ab, sitzt die Verstopfung meist im Fallrohr – bei innenliegenden Rohren hilft die vorgesehene Revisionsöffnung
- Prüfen, wo das Wasser am Ende ankommt: Versickert es ordentlich oder staut es sich am Fundament?
Dichtungen, Verschraubungen, Beschläge
Einmal im Jahr lohnt der prüfende Blick:
- Dichtungen auf Risse, Verhärtung oder Verrutschen prüfen. Sie sind Verschleißteile und lassen sich ersetzen – rechtzeitig getauscht, verhindern sie Folgeschäden.
- Verschraubungen am Wandanschluss und an den Pfostenfüßen auf festen Sitz kontrollieren. Temperaturwechsel arbeiten über Jahre an jeder Verbindung.
- Laufschienen von Glasschiebewänden freihalten. Sand und kleine Steinchen sind die häufigste Ursache für schwergängige Elemente. Aussaugen genügt meist; fetten Sie nur, wenn der Hersteller es ausdrücklich vorsieht – Fett bindet sonst zusätzlich Schmutz.
Winter: was zu beachten ist
Aluminium und Glas vertragen Frost problemlos. Zwei Dinge sind dennoch wichtig:
Die Entwässerung muss frei sein. Gefriert Wasser in einer verstopften Rinne, staut es sich zurück und drückt gegen Anschlüsse.
Schnee nur mit Bedacht entfernen. Eine korrekt ausgelegte Konstruktion trägt die Schneelast ihrer Zone – siehe Ratgeber Schneelast und Windlast. Wenn Sie dennoch räumen möchten, etwa bei außergewöhnlichen Schneemengen, verwenden Sie keine harten Schieber oder Schaufeln: Sie zerkratzen die Eindeckung. Geeignet sind weiche Besen oder ein Schneerechen mit Kunststoff- oder Gummikante – und immer vom Boden aus.
Häufige Verschmutzungen und was hilft
- Pollen im Frühjahr: reichlich Wasser, keine Chemie nötig.
- Vogelkot: möglichst zügig entfernen – er ist aggressiv. Aufweichen, dann abnehmen, nicht trocken abkratzen.
- Baumharz: vorsichtig mit warmem Wasser aufweichen. Lösungsmittel sind auf Polycarbonat und Beschichtung tabu.
- Grünbelag an der Nordseite: in der Regel mit Seifenlauge und weichem Schwamm beherrschbar.
- Kalkflecken vom Rasensprenger: die Ursache abstellen lohnt mehr als jede Reinigung – Sprengerrichtung anpassen.
Warum Pflege auch eine Garantiefrage ist
Garantiebedingungen setzen in der Regel eine sachgemäße Behandlung voraus. Schäden durch Hochdruckreiniger, Scheuermittel oder Lösungsmittel sind typische Fälle, in denen eine Garantieleistung entfällt. Die schonende Reinigung schützt also nicht nur die Oberfläche, sondern auch Ihre Ansprüche – mehr dazu im Ratgeber Garantie und Gewährleistung.
Kurzfassung zum Merken
- Einmal jährlich gründlich reinigen, am besten im Frühjahr
- Im Herbst Rinne und Fallrohr freimachen
- Warmes Wasser, mildes Spülmittel, weicher Schwamm – mehr nicht
- Kein Hochdruckreiniger, keine Scheuermittel, keine Lösungsmittel
- Die Dachfläche nie betreten
- Dichtungen und Verschraubungen einmal im Jahr kontrollieren