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Material & Technik

Schneelast und Windlast bei Terrassenüberdachungen richtig einschätzen

Damit Ihre Terrassenüberdachung dauerhaft sicher steht, muss sie auf die tatsächlich zu erwartenden Schnee- und Windlasten an Ihrem Standort ausgelegt sein. Beide Werte unterscheiden sich je nach Region und werden in Deutschland in Lastzonen erfasst.

Warum Schneelast wichtig ist

Die Schneelastzone gibt an, mit welcher Schneelast auf Dachflächen an einem bestimmten Standort im Winter zu rechnen ist. Schleswig-Holstein und Hamburg liegen überwiegend in Schneelastzone 2 – also im mittleren Bereich der bundesweiten Skala, nicht in der niedrigsten Zone. Dennoch muss jede Konstruktion individuell auf den konkreten Standort ausgelegt werden, auch unter Berücksichtigung von Lage und Höhe.

Die Schneelastzonen in Deutschland im Überblick

Nach DIN EN 1991-1-3 (in Verbindung mit dem deutschen Nationalen Anhang) ist Deutschland in fünf Schneelastzonen eingeteilt: 1, 1a, 2, 2a und 3, mit zunehmender Schneelast von Zone 1 nach Zone 3. Die Karte zeigt vier Beispielorte zur Einordnung – auffällig: Zone 3 kommt nicht nur in den Alpen vor, sondern auch an der Ostseeküste um Rostock. Unser Einsatzgebiet Schleswig-Holstein und Hamburg ist als Umriss hervorgehoben und liegt in Zone 2.

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Schematische Übersicht mit Beispielorten – keine vermessungsgenaue Zonenkarte. Kartengrundlage: offene Geodaten (DIVA-GIS); Zonenzuordnung der Orte: schneelast.info.
ZoneBerechnungsformel skMindestwert
Zone 10,19 + 0,91 × ((A+140)/760)²> 0,65 kN/m²
Zone 1a1,25 × [0,19 + 0,91 × ((A+140)/760)²]> 0,81 kN/m²
Zone 20,25 + 1,91 × ((A+140)/760)²> 0,85 kN/m²
Zone 2a1,25 × [0,25 + 1,91 × ((A+140)/760)²]> 1,06 kN/m²
Zone 30,31 + 2,91 × ((A+140)/760)²> 1,10 kN/m²

A = Geländehöhe in Metern über Meeresniveau. In Zone 3 können für bestimmte Hochlagen (z. B. Oberharz, Fichtelgebirge) höhere Werte als nach der Formel maßgeblich sein – hier sind die zuständigen Stellen zu befragen. Quelle: DIN EN 1991-1-3 / Nationaler Anhang, Formeln nach schneelast.info. Charakteristische Werte sk.

Eine Besonderheit für unser Einsatzgebiet: Für das norddeutsche Tiefland – und damit auch für Schleswig-Holstein und Hamburg – sieht der Nationale Anhang zusätzlich eine außergewöhnliche Bemessungssituation vor (Anhang NA.B): mit einem außergewöhnlichen Lastwert von sAd = 2,3 × sk, um seltene, aber dokumentierte Extremschneefälle abzudecken. Auch das berücksichtigen wir bei der statischen Auslegung.

Warum Windlast wichtig ist

Windlast beschreibt die Kräfte, die durch Wind auf die Konstruktion und insbesondere auf großflächige Dach- und Glasflächen wirken. Küstennahe und exponierte Lagen – wie sie in Schleswig-Holstein häufig vorkommen – erfordern hier besondere Aufmerksamkeit bei der statischen Auslegung.

Wichtig: Die Tabelle und Karte oben dienen der allgemeinen Orientierung. Wir nennen bewusst keine einzelne Zonen-Zahl für Ihr konkretes Grundstück, da die genaue Zuordnung selbst kleinräumig variieren kann und für Ihr Bauvorhaben individuell und verbindlich zu ermitteln ist – das übernehmen wir für Sie im Beratungsgespräch. Unabhängig nachschlagen können Sie z. B. mit dem Schneelast-Tool von Dlubal. Die statische Auslegung Ihrer Terrassenüberdachung erfolgt in jedem Fall projektbezogen.

Was das für Ihre Planung bedeutet

  • Die Profildimensionierung (Stärke und Abstand der Träger) richtet sich nach den lokalen Lastanforderungen.
  • Größere Spannweiten, wie bei Trendline oder Ultraline, erfordern eine entsprechend verstärkte Konstruktion.
  • Bei der Wahl zwischen Glas und Polycarbonat spielt auch das Eigengewicht der Eindeckung eine Rolle.
  • In besonders exponierten Lagen können zusätzliche Verstärkungen oder Stützen notwendig sein.

So stellen wir die Sicherheit Ihrer Konstruktion sicher

Bei jedem Projekt legen wir die Konstruktion passend zu den tatsächlichen Gegebenheiten Ihres Standorts aus. Details wie Profildimensionierung und Verankerung werden entsprechend geplant, bevor es an die Umsetzung geht.

Häufige Fragen

Küstennahe und offene Lagen in Schleswig-Holstein können erhöhten Windlasten ausgesetzt sein. Die konkrete Einschätzung erfolgt für jeden Standort individuell.

Ja, das Eigengewicht der Dacheindeckung – etwa Glas im Vergleich zu Polycarbonat – fließt in die statische Auslegung der Gesamtkonstruktion mit ein.

Was würde das bei Ihnen kosten?

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