Montage
Montage einer Terrassenüberdachung: Ablauf und Kosten
Zwischen Auftrag und fertiger Terrasse liegen mehrere Wochen – die eigentliche Montage vor Ort dauert dagegen meist nur ein bis zwei Tage. Damit das so bleibt, entscheidet vor allem, was vorher geklärt wurde. Dieser Ratgeber zeigt den vollständigen Ablauf und sagt Ihnen, was Sie wann vorbereiten sollten.
Phase 1: Aufmaß und Klärung vor Ort
Ein Aufmaß ist mehr als Breite und Tiefe messen. Aufgenommen wird alles, was die Ausführung beeinflusst:
- Der Wandaufbau: Was trägt tatsächlich? Gedämmte Fassade, Klinkervorsatzschale, massives Mauerwerk? Davon hängt die Befestigung ab – siehe Wandanschluss und Befestigung.
- Der Untergrund: Trägt die vorhandene Terrasse, oder sind Fundamente nötig? Meist sind sie es – siehe Fundament und Untergrund.
- Anschlusshöhen: Fenster, Rollladenkästen, Dachüberstand, vorhandene Regenrinne.
- Hindernisse: Außensteckdosen, Leuchten, Wasserhahn, Abluftöffnungen, Wärmepumpe, Satellitenschüssel.
- Der Weg zur Baustelle: Kommt Material bis zum Aufbauort? Muss über ein Grundstück getragen werden?
- Leitungen im Boden: Wo verlaufen Abwasser, Strom, Wasser? Das entscheidet über die Pfostenpositionen.
Je gründlicher diese Phase, desto weniger Überraschungen später. Ein Angebot, das ohne Ortstermin erstellt wurde, enthält zwangsläufig Annahmen – und die können teuer werden.
Phase 2: Planung, Statik und Fertigung
Aus dem Aufmaß entsteht die konkrete Planung: Pfostenteilung, Profilwahl, Gefälle, Entwässerungsführung. Parallel wird geprüft, ob die Konstruktion für die Schnee- und Windlast Ihres Standorts ausgelegt ist.
Anschließend wird gefertigt – auf Maß, nicht ab Lager. Diese Fertigungszeit ist der längste Abschnitt des gesamten Projekts. Wie lange sie dauert, hängt von Modell, Ausstattung und Auslastung ab; verlässliche Angaben dazu bekommen Sie mit Ihrem Angebot.
Phase 3: Die Fundamente
Meist der erste Arbeitsschritt vor Ort – und der schmutzigste. Der Belag wird an den Pfostenstellen geöffnet, die Gruben ausgehoben, die Fundamente gesetzt.
Wichtig ist die Aushärtezeit: Beton braucht Zeit, bevor er belastet werden darf. Deshalb liegen zwischen Fundamentarbeiten und Aufbau in der Regel einige Tage. Wer beides am selben Tag erledigen will, geht ein Risiko ein.
Rechnen Sie außerdem mit Erdaushub, der abtransportiert werden muss, und mit einem vorübergehend unschönen Zustand der Terrasse.
Phase 4: Der Aufbau
Der eigentliche Aufbau folgt einer festen Reihenfolge:
- Wandanschlussprofil setzen. Es wird ausgerichtet und im tragenden Untergrund verankert – die Grundlage für alles Weitere.
- Pfosten stellen und ausrichten. Lot und Flucht entscheiden hier über das spätere Erscheinungsbild.
- Vorderen Träger montieren und mit den Pfosten verbinden.
- Sparren einsetzen und die Konstruktion final ausrichten.
- Eindeckung einlegen – Glas oder Stegplatten, mit den zugehörigen Dichtungen.
- Entwässerung anschließen und die Wasserführung prüfen.
- Abschlussarbeiten: Blenden, Abdeckungen, Wandanschlussblech, Abdichtung der Durchdringungen.
Bei einer Standardsituation ist das an einem Tag zu schaffen. Kommen Verglasung, Beschattung oder Beleuchtung hinzu, wird es ein zweiter Tag.
Phase 5: Abnahme
Nehmen Sie sich Zeit dafür und gehen Sie gemeinsam mit dem Monteur durch:
- Steht alles im Lot, sind die Fugen gleichmäßig?
- Läuft Wasser sauber in die Rinne und durch das Fallrohr ab? Am besten mit dem Gartenschlauch prüfen.
- Ist der Wandanschluss dicht ausgeführt und das Anschlussblech eingebaut?
- Laufen bewegliche Teile leichtgängig?
- Sind Oberflächen unbeschädigt?
Halten Sie fest, was noch offen ist – schriftlich, nicht nur mündlich. Lassen Sie sich außerdem die Unterlagen aushändigen: Pflegehinweise, Garantiedokumente und, falls vorhanden, den Standsicherheitsnachweis.
Was Sie vorbereiten können
Diese Punkte beschleunigen den Montagetag spürbar:
- Zugang freimachen: Der Bereich sollte leer sein – Möbel, Pflanzkübel, Grill beiseite.
- Stellplatz klären: Wo kann das Fahrzeug halten? Bei beengten Verhältnissen vorher besprechen.
- Strom bereitstellen: Eine erreichbare Außensteckdose wird gebraucht.
- Nachbarn informieren, wenn Gerüst oder Fahrzeug Gemeinschaftsflächen berühren.
- Haustiere an dem Tag sicher unterbringen.
- Erreichbar sein: Für Rückfragen ist es günstig, wenn Sie vor Ort oder telefonisch erreichbar sind.
Was den Zeitplan durcheinanderbringen kann
Ehrlich gesagt: nicht alles ist planbar. Diese Punkte führen am häufigsten zu Verzögerungen:
- Wetter. Bei Sturm lassen sich große Glasflächen nicht sicher handhaben. Frost verhindert Betonarbeiten.
- Überraschungen im Untergrund. Alte Fundamente, Bauschutt oder eine nicht dokumentierte Leitung.
- Abweichender Wandaufbau. Wenn sich beim Öffnen zeigt, dass die Fassade anders aufgebaut ist als angenommen.
- Transportschäden an Glaselementen – selten, aber dann bleibt nur Nachbestellung.
Ein Anbieter, der solche Möglichkeiten von vornherein anspricht, ist glaubwürdiger als einer, der jeden Termin garantiert.
Selbst montieren?
Das ist möglich und bei manchen Modellen ausdrücklich vorgesehen. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind und an welchen drei Punkten es erfahrungsgemäß scheitert, lesen Sie im Ratgeber Selbst bauen oder montieren lassen.