Kosten & Planung
Was kostet eine Terrassenüberdachung? Kostenfaktoren im Überblick
„Was kostet eine Terrassenüberdachung?“ ist meist die erste Frage – und sie lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Was sich aber sehr wohl beantworten lässt: woraus sich der Preis zusammensetzt und in welchem Rahmen sich vergleichbare Projekte bewegen. Genau das leistet dieser Ratgeber, damit Sie Angebote einordnen können.
Eine erste Orientierung
Zur Orientierung: Vergleichbare Projekte liegen bei uns üblicherweise zwischen 3.800 und 22.000 Euro – komplett: Beratung vor Ort, Statik, Punktfundamente, Montage und Mehrwertsteuer sind enthalten, je nach Größe, Verglasung und Ausstattung. Den Einstieg bildet unsere Eigenmarke EcoLine, das obere Ende große Glasdächer der Premium-Linie.
Wer selbst montiert, zahlt nur das Material: mit Stegplatten etwa 140 bis 470 Euro je Quadratmeter, mit Verbundsicherheitsglas etwa 270 bis 770 Euro. Die Montage rechnen wir nach Dachfläche ab: 65 Euro je Quadratmeter bei Stegplatten, 75 Euro bei Glas, 80 Euro freistehend und 105 Euro beim Gartenzimmer (jeweils inklusive Mehrwertsteuer) – für ein 6 × 4 m-Dach also 1.560 bis 1.800 Euro. Dazu kommen 250 bis 300 Euro pro Punktfundament – wie viele es werden, hängt von der Konstruktion ab, üblich sind zwei oder drei – und Zusatzarbeiten für Erweiterungen nach Stunden (60 Euro).
Die sechs Preistreiber
1. Die Fläche
Mehr Quadratmeter bedeuten mehr Material – aber der Zusammenhang ist nicht linear. Mit der Tiefe wächst die Spannweite, und größere Spannweiten verlangen kräftigere Profile. Eine Verdoppelung der Fläche kostet deshalb mehr als das Doppelte.
2. Die Eindeckung
Verbundsicherheitsglas liegt deutlich über Polycarbonat-Stegplatten. Beim Glas kommen Aufpreise für Wärmeschutz- oder Milchglas hinzu. Was die Werkstoffe unterscheidet, lesen Sie unter Glas oder Polycarbonat.
3. Modell und Konstruktion
Stützenarme Konstruktionen brauchen stärkere Profile als kompakte Lösungen mit engerer Pfostenteilung. Auch die Dachform spielt hinein – ein Modell mit Dachüberstand ist aufwendiger als eine reduzierte Variante.
4. Seiten und Verglasung
Eine offene Überdachung ist die Grundversion. Glasschiebewände, feste Verglasung oder Seitenelemente erhöhen den Preis erheblich – erweitern aber auch die Nutzbarkeit über die Saison.
5. Ausstattung
LED-Beleuchtung, Beschattung, Sichtschutz, Heizstrahler. Jede Position für sich überschaubar, in Summe ein spürbarer Anteil.
6. Montage und Untergrund
Der Posten, der in Angeboten am unterschiedlichsten behandelt wird – und der die größten Überraschungen birgt. Dazu der nächste Abschnitt.
Die Kosten, an die zuerst niemand denkt
Diese Positionen tauchen in günstigen Angeboten oft gar nicht auf. Sie entstehen trotzdem:
- Fundamente. Aushub, Beton, Arbeitszeit. Und die Wiederherstellung des Terrassenbelags an den geöffneten Stellen. Warum das fast immer nötig ist, steht im Ratgeber Fundament und Untergrund.
- Entsorgung. Erdaushub muss abtransportiert werden.
- Besondere Wandsituation. Eine gedämmte Fassade erfordert eine Abstandsmontage – mehr Material, mehr Zeit als eine Befestigung im massiven Mauerwerk.
- Elektroanschluss. Wer Beleuchtung möchte, braucht Zuleitung und gegebenenfalls einen Elektriker.
- Entwässerungsanschluss. Sickerschacht oder Anbindung an die vorhandene Entwässerung.
- Anpassungen am Bestand. Eine Außenleuchte versetzen, einen Wasserhahn verlegen, die vorhandene Regenrinne anpassen.
Warum zwei Angebote so weit auseinanderliegen können
Wenn Sie für dasselbe Vorhaben Angebote mit erheblichem Preisunterschied erhalten, liegt das selten an der Gewinnmarge. Häufiger daran:
- Unterschiedlicher Leistungsumfang. Sind Fundamente, Anfahrt, Entsorgung enthalten – oder nicht?
- Unterschiedliche statische Auslegung. Zwei Konstruktionen können gleich aussehen und für verschiedene Schneelasten ausgelegt sein. Das ist der teuerste unsichtbare Unterschied.
- Materialstärken. Wandstärken der Profile sieht man einem Foto nicht an, im Preis machen sie viel aus.
- Glasdicke und Qualität der Dichtungen.
- Fertigung nach Maß oder Standardgrößen mit Anpassungen vor Ort.
Wie Sie Angebote sinnvoll gegenüberstellen, zeigt der Ratgeber Anbieter richtig vergleichen. Warum die Preise so streuen, vertieft Warum die Preise so unterschiedlich sind.
Wo sich Sparen lohnt – und wo es teuer wird
Sinnvoll sparen können Sie bei:
- der Ausstattung – Beleuchtung und Beschattung lassen sich nachrüsten, wenn die Konstruktion darauf vorbereitet ist
- der Eindeckung – Stegplatten statt Glas, wenn klare Sicht keine Rolle spielt
- Eigenleistung bei Vorarbeiten, etwa dem Freiräumen und dem Aushub
- dem Zeitpunkt – außerhalb der Hauptsaison sind Termine entspannter
Nicht sparen sollten Sie bei:
- der statischen Auslegung – sie ist nicht verhandelbar
- den Fundamenten – nachträglich korrigieren heißt: Terrasse öffnen
- der Wandbefestigung und der Abdichtung – Feuchteschäden an der Fassade übersteigen jede Ersparnis
- der Materialstärke der Profile
An morgen denken spart bares Geld
Der teuerste Fehler ist meist nicht die falsche Farbe, sondern eine Konstruktion, die eine spätere Erweiterung nicht zulässt. Wer später Glasschiebewände möchte, braucht eine dafür ausgelegte Statik. Wer Beleuchtung nachrüsten will, braucht Leerrohre. Vorbereitet kostet das wenig, nachträglich viel – oder es geht gar nicht mehr.
Warum wir keinen Festpreis nennen, bevor wir Ihr Projekt kennen
Ein Pauschalpreis ohne Kenntnis von Untergrund, Fassade und Maßen wäre eine Zahl, die später ohnehin korrigiert werden müsste. Wir arbeiten deshalb mit einer Bedarfsaufnahme: erst die Situation verstehen, dann rechnen. Was dabei herauskommt, ist eine Zahl, auf die Sie sich verlassen können – und keine, die beim Aufmaß plötzlich steigt.